Der Matratzen Guide 2020

Matratze

Die Matratze, ein sehr unterschätztes „Möbelstück“ in unserer Wohnung. Es ist das Produkt, dass wir in unserem Zuhause am längsten und intensivsten nutzen. Ich habe mich deshalb in meiner aktiven Karriere immer gewundert, warum gerade an diesem, so eng mit unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit geknüpften Produkt, gespart wird.

Wir benutzen die Matratzen mehr als 8 Stunden am Tag. Matratzen sind maßgebend für unseren Tagesverlauf. Hatten Sie viel oder wenig Schlaf. War dieser erholsam oder unruhig? All dies sind Faktoren wie gut es Ihnen am nächsten Tag geht und auch wie leistungsfähig Sie an diesem Tag sind.   

Vorab Infos:

  1. Grundsätzlich geben die Hersteller Härtegrad Empfehlungen, die im Großen und Ganzen bei den Matratzen zutreffen, die ich hier empfehle. Sollte man sich im Grenzbereich (Gewicht) befinden, kommt der individuelle Geschmack, Schlaflage und Ihr Körperbau ins Spiel. (schmale Schultern Seitenschläfer, in der Regel lieber die weichere Variante. Bauchschläfer lieber die festere. Haben sie Ihre Probleme eher an Hüfte oder Schulter/Nacken? Schulterprobleme lieber weicher. Lendenprobleme meist tendenziell eher die festere.) Diese Fragen aber erst stellen, wenn man sich vom Körpergewicht im Grenzbereich befindet. Ansonsten kann man auf die Härtegrade ganz gut vertrauen.
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    • H2: 50 – 75/80 kg
    • H3: 75/80 – 100 kg
    • H4: über 100 kg
  • Beachten Sie: Haben Sie bereits eine Rückenerkrankung kann eine Matratze keine Wunder heilen. Sie ersetzt nicht den Gang zum Arzt und heilt auch keine Erkrankungen. Was eine Matratze jedoch schon kann ist Schmerzen, die von einem derzeit falschen Schlafverhalten kommen zu verbessern.
  • Taschenfederkernmatratzen bieten eine sehr gute Belüftung für Menschen die stark schwitzen. Sie sind jedoch nicht so sehr geeignet für Milbenallergiker, da in einer Taschenfederkernmatratze mehr „Wohnraum“ für diese Tierchen ist. Tonnentaschenfederkern Matratzen haben den typischen Nachschwingcharakter.
  • Kaltschaummatratzen sind punktelastischer. Sie sind von Haus aus beruhigter als Tonnentaschenfederkern Matratzen, da sie nicht nachfedern. Schaummatratzen sind jedoch in der Regel etwas wärmer als Taschenfederkern Matratzen.
  • In meiner Laufbahn sind viele Kunden auf mich zugekommen und sagten, dass sie sehr fest schlafen wollen. Seien sie ehrlich mit sich selbst: Entlasten Sie ihren Körper indem Sie auf Rücken- oder Bauchposition wechseln, obwohl sie eigentlich lieber auf der Seite schlafen? Schläft Ihnen der Arm ein oder haben Sie das Gefühl Druckstellen an Schulter oder Hüfte zu spüren. Dann schlafen Sie eindeutig zu fest und sollten für ein weicheres Modell offen sein. Die Bandscheiben sind wie ein Schwamm: Bewegung und Sport füttert den Schwamm. Jeglicher Knick drückt den Schwamm. Auch beim Schlafen. Die Wirbelsäule soll gerade ohne Knick liegen, sonst wird der Schwamm in der Nacht, in der sich der Körper ja regenerieren soll, noch weiter belastet.

Welche Matratze ist die Richtige für Ihren Schlaftyp?

Matratzen für Rückenschläfer

Sie schlafen gerne auf dem Rücken?  Zunächst sollten Sie darauf achten ein nicht zu hohes Kissen z u wählen. Es soll den Kopf Stützen, jedoch sollte es Sie nicht zu sehr nach vorne knicken. Die Wirbelsäule soll sich in der Nacht entspannen. Der Kopf sollte natürlich gerade liegen.

Wichtig bei Rückenschläfern ist, dass Sie eine Matratze kaufen, bei welcher Ihr Po gut einsinken kann. Ist die Matratze in der Hüfte zu hart, wird ihr Rücken ins Hohlkreuz geschoben.

Sie sollten darauf achten, dass die Matratze im Hüftbereich gut einsinken kann.

Matratzen für Bauchschläfer

Sind Sie Bauchschläfer sollten Sie tendenziell eher auf eine etwas festere Matratze zurückgreifen. Die Matratze sollte in diesem Fall nicht zu weich im Hüftbereich sein. Die Gefahr wäre zu groß ins Hohlkreuz zu kippen.  Bauchschläfer schlafen am besten ohne oder mit einem sehr niedrigen Kissen um das Genick nicht zu überstrecken.

Jedoch gebe ich eines zu beachten:

Die meisten Bauchschläfer sind eigentlich Seitenschläfer, denen Ihre jetzige Matratze zu fest ist. Um die Knochen zu entlasten drehen sie dann auf den Bauch. Viele meiner ehemaligen Kunden stimmten mir bei dieser Information zu.

Fragen Sie sich also: Würde ich lieber auf der Seite einschlafen und drehe eigentlich nur aus Entlastungsgründen auf den Bauch oder schlafe ich wirklich direkt auf dem Bauch?

Beantworten Sie sich die Frage mit ersterem empfehle ich Ihnen eine Matratze für Seitenschläfer zu wählen, die trotzdem genug Stütze bietet sollten Sie doch mal auf den Bauch drehen.

Matratzen für Seitenschläfer

Seitenschläfer. Wie Sie oben an der Grafik erkennen sind die meisten Schläfer Seitenschläfer. Leider war früher der Mythos weit verbreitet, dass harte Matratzen gut und gesund sind. Heute wissen wir, dass dies nicht der Fall ist. Ausnahmen bestätigen die Regel (Bauchschläfer, Menschen, die aus Kulturkreisen (z.B. Asien) kommen, die sehr fest schlafen. Ihr Körper ist an die harten Matratzen gewöhnt. Sie haben eher auf zu weichen Matratzen ihre Schwierigkeiten)

Für Seitenschläfer gilt: Schulter und Hüfte müssen gut einsinken. Ein zusätzlicher Topper kann außerdem sehr angenehm und druckentlastend wirken. Topper jedoch nur in Verbindung mit einer Tonnentaschenfederkern Matratze nutzen, da sonst keine Belüftung gegeben ist.

Für Seitenschläfer spielt auch das Kissen eine große Rolle. Der Abstand zwischen Schulter und Wange soll gestützt werden. Dies entlastet die Schulter zusätzlich.

Ich rate grundsätzlich von Kissen mit 80 x 80 cm ab. Sie schauen schön aus aber haben unter dem Kopf beim Schlafen nichts zu suchen.

Matratzen für Übergewichtige:

Wichtig für schwerere Menschen ist es eine gute Stütze zu haben.

Sollten Sie stark schwitzen, greifen Sie lieber zu der Taschenfederkern Variante. Sollten Sie eher ruhig liegen Wollen greifen Sie zur Kaltschaumvariante dieser Serie